0

TTIP verhindern: Von der Ukraine lernen

Millionen Deutsche sind gegen das Freihandelsabkommen TTIP. Unsere Regierung unterschreibt trotzdem. Da kann man wohl nichts tun? Naja, nicht ganz. Eine fatalistische Handlungsanweisung.


maidan-revolution

Es ist noch nicht lange her, da haben wir von unseren Politikern in der Ukraine-Krise gelernt, dass ein Volk eine gewählte Regierung aus dem Amt jagen darf, wenn sie Verträge unterschreibt, die dem Volk nicht gefallen. Wir haben gelernt, dass dafür auch die Hilfe von Schlägertrupps aus dem Dunstkreis der extremen Rechten gebraucht wird. Und wir haben gelernt, dass die vom Umsturz bedrohte Regierung kein Recht hat, in diesem Fall gegen das eigene Volk vorzugehen. Dass Rechtsextreme danach den Vizekanzler und Generalstaatsanwalt stellen, ok. Das muss man dann wohl in Kauf nehmen.

Vor einer Reaktion der Profiteure von TTIP bräuchten wir uns ebenfalls nicht zu fürchten. Ein Einmischen in die inneren Angelegenheiten eines Landes verurteilen diese aufs Schärfste. Ihre Militärbasen in Deutschland werden die USA selbstverständlich räumen. Amerikanische Truppen, die die Pro-Merkel-Kräfte stützen, wird es nicht geben – das nämlich wäre eine Invasion. Es lebe das Völkerrecht!

Liebe Rechtsextremisten, anscheinend haben wir euch unrecht getan. Vergeuden wir nicht weiter unsere Zeit mit Pegida-Gegendemonstrationen, NSU-Untersuchungsausschüssen und NPD-Verbotsverfahren. Denn jetzt seid ihr am Zug.

Alles, was ihr tun müsst, ist eure Schlägerzellen zusammenzurufen, die ja nach dem NSU-Desaster erst mal nichts zu tun haben, und mit ihnen zum Brandenburger Tor zu marschieren. Dort wartet schon ein Heer von Studenten, Arbeitslosen und Claqueuren, die für eine Handvoll Euros mit Bussen aus der Republik dorthin gekarrt werden. Bands und Musiker wie Die Bandbreite und Xavier Naidoo werden dort fürs Volk Konzerte geben, während Politiker aus Russland, Venezuela und dem Iran uns mit ihren Reden an der Siegessäule moralischen Beistand leisten. Und nachdem ihr dann ARD und ZDF gestürmt habt, könntet ihr mit ein paar gezielten Schüssen… aber das besprechen wir wohl lieber unter vier Augen.

Wenn schließlich das Regime Merkel nach Washington geflüchtet ist, ist TTIP Geschichte. Ihr natürlich auch. Das müsst ihr verstehen. Wie sähe das denn aus, wenn wir uns mit Rechtsextremisten gemein machten? Es sei denn, wir bräuchten euch noch, etwa weil ein pro-amerikanischer Mob – sagen wir in Bayern – sich uneinsichtig zeigt. Das regeln wir dann beizeiten.

 

Bildnachweis: Sasha Maksymenko / flickr / CC-BY-2.0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.